Für Menschen mit gesundem Appetit
DAS WIESENGUT: Mitglied der Anbauverbände Bioland und Naturland
Das Wiesengut wird seit 1986 nach den Richtlinien des Ökologischen Landbaus bewirtschaftet. Der in der Siegaue gelegene Betrieb umfasst 60 ha Ackerland und 15 ha Grünland.
Wir verfolgen das Prinzip eines weitgehend in sich geschlossenen landwirtschaftlichen Betriebsorganismus. Dieses Leitbild erreichen wir durch die Kombination von Pflanzenbau und Tierhaltung. Die Tierhaltung basiert fast ausschließlich auf eigener Futtergrundlage. Daher können im Mist und in der Jauche nicht mehr Nährstoffe enthalten sein als zuvor mit der Ernte den eigenen Böden entzogen worden ist. Die tierischen Ausscheidungen sind für uns wertvolle Wirtschaftsdünger, die verlustarm auf die Felder und zu den Kulturen ausgebracht werden, die die Nährstoffe am effizientesten verwerten. Die vielgestaltige Fruchtfolge mit Rotkleegras, Kartoffeln, Winter- oder Sommerweizen, Ackerbohnen, Winterroggen und Hafer ist im Hinblick auf die Nährstoff- und Humusbilanz sowie die Erzeugung von Futter- und Stroh optimiert. Neben pflanzenbaulichen Vorzügen wie einem deutlich reduzierten Krankheitsund Schädlingsdruck, bietet eine weite Fruchtfolge auch vielfältigere Lebensmöglichkeiten für wildlebende Tier- und Pflanzenarten.
Auf dem Wiesengut werden Rinder der Rasse Limousin gehalten. Die Tiere sind robust und genügsam, so dass sich diese Rasse gut zur Nutzung von extensivem Grünland eignet. Die Limousin- Tiere haben eine geringe Fettabdeckung. Die Fetteinlagerung in den Muskeln bei ausgemästeten Tieren ist gut. Diese Eigenschaft, verbunden mit einer zarten Fleischfaser, ergibt eine gute Fleischqualität. Unsere Tiere leben in großzügigen, offenen Ställen mit Stroheinstreu. Sie haben ganzjährig Zugang ins Freie. Die Ausmast der Färsen und Mastbullen findet im offenen Stall mit Auslauf statt. Dort werden Kleegras-Silage, Heu und eigen erzeugtes Kraftfutter aus Ackerbohnenschrot und Ausputzgetreide gefüttert.
Unsere tiergerechte Haltung im Laufstall und auf der Weide schränkt die natürlichen Verhaltensweisen nicht ein. Die Tiere haben ausreichend Raum, sich frei zu bewegen, zu ruhen und Sozialkontakte auszuüben. Futter und Wasser stehen ausreichend und permanent zur Verfügung. Um eine gute Fleischqualität zu sichern und die Tiergerechtheit bis zur Schlachtung zu gewährleisten, werden die Schlachttiere schonend verladen und zum 5 km entfernten Schlachtbetrieb transportiert. Dort werden sie ohne Verzögerung geschlachtet.
Kartoffeln
Unser Ziel ist es, ganzjährig qualitativ hochwertige Speisekartoffeln für den regionalen Markt anbieten zu können. Im Moment gelingt es uns, die Saison Anfang Juni mit den Frühkartoffeln zu beginnen und Ende April mit den Lagerkartoffeln zu beenden. Wir bieten alle Kocheigenschaften von mehlig über vorwiegend festkochend bis festkochend an. Seit diesem Jahr haben wir aufgrund vermehrter Nachfrage auch eine rote Sorte im großflächigen Anbau. Das Pflanzgut für Frühkartoffeln werden ab Mitte Januar vorgekeimt und möglichst Ende Februar mit einer sog. halbautomatischen Legemaschine schonend gepflanzt und mit Folie abgedeckt. Unter der Folie laufen die Kartoffeln schnell auf und wachsen zügig. Die Bedeckung wird an Anfang Mai abgenommen. Mit diesem aufwändigen Verfahren gelingt es uns regelmäßig, Anfang Juni die ersten regionalen Kartoffeln anbieten zu können. Die mittelfrühen bis mittelspäten Kartoffeln werden ab April auf etwa 6 ha angebaut. Die Unkrautregulierung erfolgt rein mechanisch, d.h. 1-2 Wochen nach dem Pflanzen werden die entstandenen Dämme zum ersten mal abgestriegelt, womit das gerade keimende bzw. auflaufende Unkraut bekämpft wird. Dann werden die Dämme wieder hochgezogen, wieder abgestriegelt und nochmals hochgezogen, wenn die Kartoffeln ca. 20cm hoch sind. Wenn Kartoffelkäferlarven in großen Massen auftreten, wird das natürliche Insektizid Neem Azal gespritzt, das die Eigelege und Larven an einer weiteren Entwicklung hindert. Bei anhaltend feuchter Witterung und damit hohem Infektionsdruck der Kraut- und Knollenfäule wie bspw. im Jahr 2007 setzen wir Kupfer zur Behandlung der Blätter ein. Wir haben am Wiesengut die Möglichkeit, mit einer Beregnung die Kartoffeln mit zusätzlichem Wasser zu versorgen und damit Qualitätseinbußen, die durch Trockenheit entstehen würden, zu vermeiden. Unser Lager wird computergesteuert über Außenluft klimatisiert. Damit können wir die Qualität der Kartoffeln bis ins Frühjahr zu erhalten.
Unsere Sortenwahl orientiert sich stark an den Kundenwünschen, d.h. überwiegend gelbfleischige, festkochende Sorten mit gutem Geschmack. Pflanzenbauliche Nachteile wie ein geringeres Ertragsniveau oder höhere Krankheitsanfälligkeit dieser oft sehr empfindlichen Sorten nehmen wir bewusst in Kauf.
